Am 18. April 2025 feierte der Kirchenbezirk Bietigheim-Bissingen in Sachsenheim sowie per Bildübertragung in die umliegenden Gemeinden mit Apostel Jürgen Loy den Gottesdienst zu Karfreitag. Begleitet wurde er von Bischof Matthias Grauer sowie einigen Bezirksämtern des Apostelbereichs.
Durch einfühlsame und andächtige musikalische Vorträge des für diesen Anlass angereisten Kammerchors der Neuapostolischen Kirche Stuttgart sowie des Organisten wurden die Gottesdienstteilnehmenden auf das besondere Gepräge dieses Feiertags eingestimmt.
Durch das gemeinsam gesungene Lied „Der am Kreuz ist meine Liebe“ (Text: Johann Mentzer, 1658 – 1734, bearbeitet von Karlheinz Schumacher, geb. 1944) wurde der Gottesdienst eröffnet. Dieses Lied kündet von der Liebe und dem Verdienst des gekreuzigten Gottessohnes. Botschaften, auf die im Verlauf des Gottesdienstes der Fokus gelegt wurde.
Als Grundlage der Predigt diente das Bibelwort „Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz!“ (Matthäus 27, 39.40). Ergänzend dazu erfolgte eine Bibellesung der Passage aus Matthäus 27, Verse 31 – 50, wodurch das Geschehen der Kreuzigung und des Todes Jesu präsent wurde.
„Karfreitag ist das Fest der Versöhnung, der Liebe und der Barmherzigkeit.“ betonte Apostel Loy mehrfach. Bezugnehmend auf die Stelle „steig herab vom Kreuz“ des Bibelwortes wurde den Gottesdienstteilnehmenden verdeutlicht, dass Gott bereits durch die Menschwerdung in seinem Sohn Jesus „herabgestiegen“ ist, er kam vom Himmel auf die Erde, um zu leben und zu fühlen wie ein Erdenbürger. Als Sohn des himmlischen Vaters ist Jesus König und sein Reich ist nicht irdischer Natur, es ist das Himmelreich. Die Macht dieses Königs ist die Liebe, welche durch den gemeinsamen Gesang des Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe“ während der Feier des Heiligen Abendmahls unterstrichen wurde.
Besondere Betonung fand die Tatsache, dass Jesus am Kreuz nicht ermordet wurde, weil er schuldig war oder jemand einen Justizirrtum beging. Jesus hat sich dem Opfertod hingegeben, wodurch erneut seine unermessliche Liebe verdeutlicht wird. „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“ (Johannesevangelium 15, 13)
Bezirksältester Bernd Rinderknecht aus dem Kirchenbezirk Sindelfingen ging in seinem Predigtbeitrag auf das große Heil ein, welches Jesus durch seinen Gang ans Kreuz für die Menschen gebracht hat. Er erklärte, dass Karfreitag in anderen Ländern auch als „Good Friday“ also „guter Freitag“ bezeichnet werde, u.a. da Jesus für uns alle Schuld beglichen hat. Nichtsdestotrotz ist es ein Tag der Stille und des tiefen Gedenkens an Jesus Christus.
In seinem Predigtbeitrag ergänzte Bezirksältester Mathias Raith, Bezirksvorsteher des Bezirkes Stuttgart/Ludwigsburg, dass der Karfreitag auch ein Tag des Verständnisses sei. Gott kam durch Jesus als Mensch auf diese Welt, um Verständnis für das Leben der Menschen zu erlangen, was im Ertragen der großen Qualen der Kreuzigung gipfelte. Gott weiß, wie wir Menschen Leid empfinden und steht uns besonders in schweren Tagen zur Seite. Beim letzten Abendmahl, am Tag, den wir heute Gründonnerstag nennen, verkündigte Jesus seinen bevorstehenden Tod und gab sich in Liebe und Freude für die Menschen hin.
Erst durch die Kreuzigung Jesu ist es der Menschheit möglich, die Sündenvergebung zu erlangen, was dieser und der darauffolgenden Feier des Heiligen Abendmahls ein besonderes Gepräge gab.
Nach dem Abschluss des Gottesdienstes fasste der Kammerchor die zentrale Botschaft der Predigt durch die Strophen 2 – 4 des Liedes „Liebe, die du mich zum Bilde“ aus dem Chorbuch Nr. 337 (Komponist: Wolfgang Steyer (1920 – 1995), Text: Johann Scheffler (1624 – 1677)) wunderbar zusammen. In Strophe 2 heißt es: „Liebe, die du mich erkoren, eh ich noch geboren war, Liebe, die du Mensch geboren, dich mir schenktest ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich."